Mittelalterkleidung selber nähen – Was gibt es zu beachten?

Larp Schnittmuster

Mittelalterliche Kleidung selbst nähen ist insbesondere mit Hilfe von Schnittmustern nicht schwer. Wichtig ist es allerdings, sich zunächst über mittelalterliche Kleidung zu informieren. Je nach Epoche, Region und gesellschaftlichem Stand sah die Kleidung damals anders aus. Die Kleidung spiegelte damals vor allem die Ständeordnung wider. Je nach gesellschaftlichem Stand unterschied sich daher das verwendete Material und die Verzierung.

Originalgetreue Muster seit der Gotik

Seit der Hochgotik gibt es genaue Darstellungen von Gewandungen. Viele Schnittmuster und Vorlagen, die es heute gibt, stammen von Plastiken und Malereien aus dieser Zeit. Allein in der Früh-, Hoch- und Spätgotik von Mitte des 12. Jahrhunderts bis etwa 1500 war die Mode je nach Epoche sehr unterschiedlich. In der Frühgotik waren sich die Kleidungsstücke für Männer und Frauen noch sehr ähnlich. Es war sowohl bei Männern wie auch bei Frauen üblich, einen bis zu den Füßen reichendes Unterkleid mit langen Ärmeln zu tragen. Das Unterkleid von Männern war dabei etwas kürzer. Ein solcher Umhang lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst nähen.

Kleidung seit Ende des 13. Jahrhunderts körperbetonter

Erst am Ende der 13. Jahrhunderts wurde die Kleidung körperbetonter und es entstanden neue Kleiderformen. Frauen trugen häufig ein Tuch um den Kopf und auch bei Männern war Kopfschmuck verbreitet. Wer heute eher körperbetonte Mittelalterkleidung nähen möchte, sollte auf die passende Größe achten und dabei kann dabei auch Hilfsmittel nutzen. Wer sich bei der eigenen Konfektionsgröße unsicher ist, kann einen Konfektionsrechner für die passende Größe zurate ziehen. Außerdem sind viele Menschen mit den europäischen Kleidergrößen wie 38 oder 42 vertraut. Ist jedoch eine US-Größe angegeben, kann die amerikanische Größe umgerechnet werden.

Material spiegelt gesellschaftlichen Stand wider

Wer selbst originalgetreue mittelalterliche Kleidung nähen möchte, sollte vor allem auf das Material achten, denn im verwendeten Material spiegelte sich im Mittelalter der gesellschaftliche Stand wider. Daher kommt für mittelalterliche Kleidung beispielsweise Leinen oder Wolle infrage. Bunte Stoffe waren eher Adeligen vorbehalten. Das einfache Volk trug meist ungefärbte Stoffe. Braun- oder Grautöne sowie andere natürliche Farben sind daher gut geeignet. Wolle ist ideal für Oberbekleidung und Leinen für leichte Gewänder oder Unterkleider. Außerdem bestand Arbeitskleidung schon im Mittelalter häufig aus Leder.

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